Männergruppen Format

(Für ca 6-12 Männer)
kursiv: Erläuterungen zum Verständnis
Warnung: Dieser Text ist für Männer gedacht, die ihren maskulinen Wesenskern vertiefen wollen. Als feminine Frau wirst du den Text entweder sehr unverständlich finden oder deinem Partner um die Ohren hauen wollen „Warum bist du nicht so?“. Lass es! Lese am besten gar nicht weiter. Es zerstört die Polarität zu deinem Partner dramatisch, ihn „verbessern“ zu wollen. Es ist seine Aufgabe.

Warum Männergruppe?
Wir Männer schaffen es hervorragend, unsere Welt so hinzubiegen, dass alles in Ordnung ist. Dabei verlieren wir oft die Sensibilität für das, was wir in der Welt anrichten. Dies betrifft besonders das Feld unserer Liebesbeziehungen. Oft spüren wir nur das dumpfe Gefühl von „Das kann doch nicht Alles gewesen sein!“ und ein mildes Selbsturteil von Faulheit und Feigheit.

Eine Männergruppe ist die Chance aus diesem Traum der aufzuwachen, liebevolle und offene Unterstützung zu erhalten und der Welt das zu schenken, was schon immer in uns steckte.

Warum dieses Format?
In vielen hundert (MG), die mit den Inspirationen von David Deida weiterarbeiten wollen, hat sich die folgende Struktur bewährt. Am Ende der ersten Zusammenkunft sollte sich die Gruppe darauf einigen, wie lange sie zunächst mit diesem Format Erfahrungen sammeln will, bevor sie das Format erweitert und an die individuellen Bedürfnisse in der Gruppe anpasst. Das erspart Euch sinnlose Rangkämpfe zu Beginn „Wer setzt sich mit den eigenen tollen Ideen durch?“ Es wird selbstverständlich eine Diskussion losbrechen, dass die Regeln viel zu eng sind und wie die Männer ihre Freiheit dehnen können. Es ist und normal um mehr Freiheit zu kämpfen. Daher ist Freiheit ein wiederkehrendes Thema mit Partnerinnen, die z.B. eine Entscheidung für die Beziehung einfordern. Im Folgenden habe ich jeweils in kursiv Gründe genannt, für die es sich lohnt, dich gerade an den unbequemen Seiten des Mannseins zu entfalten – wenigstens probeweise. Weitergehende Hinweise findest Du in den jeweils passenden Kapiteln von „Weg des wahren Mannes“. Wenn sie dich nicht überzeugen, dann passt evt. dieses Format nicht zu deinem gegenwärtigen Entwicklungswunsch. Hier findest du Alternativen oder diese.

Zu Beginn der ersten Besprechung sind zu klären:
Wo und Wann?  Frequenz: wöchentlich, mindestens jedoch zwei-wöchentlich empfohlen.
Verbindliche Teilnahme: empfohlen: Priorität für MG vor anderen Terminen, sofern in der Stadt.
Geschlossene Gruppe: Wie lange soll die Gruppe für neue Männer offen bleiben. Danach steht es an, dass sich die Männer für einen überschaubaren Zeitraum (mind. 6 Monate, besser ein Jahr) verbindlich auf diese Gruppe einlassen. Die Fähigkeit von Männern dran zu bleiben, selbst wenn es unbequem und schwierig wird, ist Kennzeichen von Reife.
Vertraulichkeit: Was immer du über andere Männer erfährst, behältst du für dich. Die Männer versprechen sich dies gegenseitig – evt. in einer kleinen Zeremonie oder Unterschrift. Es soll immer wieder Männer geben, die bei Frauen punkten wollen, indem sie die kleinen Geheimnisse anderer Männer ausquatschen – Pfui und es funktioniert nicht.
Leitung: z.B. reihum. Jeweils einer sollte den Auftrag haben, die Einhaltung der Regeln einzufordern. Wenn es alle tun, tut es oft keiner.
Zeitnehmer (auch eine Count-Down Uhr ist möglich) um die Leitung zu entlasten.
Pause, nur falls zwingend und bei mehr als ca. 8 Männern. Nach ca 90 min: Lüften, Durst löschen und Toilette benutzen.
Protokoll der Vereinbarungen: Wer? z.B. reihum. Günstig ist es, die Vereinbarungen am nächsten Tag per Email zu versenden.
rechtzeitigen Erscheinen. Ein alternatives Angebot 😉 sollte vereinbart werden z.B Wer keine wahre, dramatische und überzeugende Entschuldigung präsentiert, zahlt 10 EUR in die gemeinsame Kasse. Je nach wirtschaftlicher Situation der Teilnehmer soll ein überzeugender Anreiz da sein, um die Vereinbarungen einzuhalten. Hier zeigt sich die Bereitschaft Verlässlichkeit zu üben. Nichts erschüttert das Vertrauen eines Freundes oder einer femininen Frau mehr, als ein Mann, auf dessen Versprechen/Zusage sie sich nicht verlassen kann. Siehe auch Ziffer 7

1. Ankunft
deutlich vor Beginn der MG! persönliche Begrüßung und Austausch,
Durst löschen und Toilette benutzen (Beides stört während der MG).
Platz nehmen und bei sich ankommen.

2. Beginn zur vereinbarten Minute

3. Check In (Präsenzübung)
Sitzen im Kreis, aufrecht, Hände ruhen auf den Oberschenkeln (Ein Mann, der rumlümmelt, dämmert leichter weg)
Blickkontakt mit jeweils einem Mann mit der inneren Frage „Bist du ganz da?“ für jeweils 1-2 Min. bis alle Männer sich angesehen haben. Ein deutliches „Hallo“ kann nötig sein, wenn das Gegenüber wegdämmert. Präsenz ist die wesentliche Fähigkeit, mit der ein Mann die Welt – incl. seiner Partnerin – „durchdringt“. Häufig jagen Männer ihren Gedanken nach oder dämmern anderweitig vor sich hin. Für die Partnerin ist ihr Mann dann wie ein Gegenstand im Raum – aber nicht wirklich da.

4. Dringende Themen
Falls es gerade im Leben eines Mannes ein wichtiges Ereignis oder eine wichtige Entscheidung gibt, erhält er jetzt 5-10 min um dies kurz darzustellen und Feedback/Hinweise von den Männern zu erhalten. Du solltest dir das Wichtigste notieren.

5. Körperübungen
Männer, die hierin erfahren sind, leiten 3-5 min an. Ziel: aus dem Kopf in den Körper. Ja, der ist auch noch da.

6. Inspiration
Ein Kapitel aus „Deida: Weg des wahren Mannes“ wird von 1-2 Männern vorgestellt und von allen kurz in Bezug auf die eigene Situation reflektiert. Beispiel: „Das Thema berührt …“ „Ich will … in mein Leben bringen, indem ich….“

7. Ergebnisse
Die Vereinbarungen aus der vorhergehenden Gruppensitzung werden überprüft und falls nötig erneuert/modifiziert.

8. Meine Lebenszweck (engl. purpose, mission)
und wie ich ihn bis zur nächsten Gruppensitzung aus dem Kopf in die Welt bringe – der Höhepunkt der MG.
Männer die eine Ausrichtung haben, sind starke Männer. Männer, die ihr Lebensziel umsetzen, sind Vorbilder.  Männer, die durch ihr Leben driften, nur Mama oder die Partnerin glücklich machen wollen, die jede Gelegenheit auf Sex mitnehmen oder in Ablenkungen vor dem PC/Fernseher die Zeit totschlagen, sind für andere Männer eine Qual und für feminine Frauen sehr wenig sexy.
Die MG ist Gelegenheit, den eigenen Lebenszweck kennen zu lernen und die Ausrichtung darauf zu schärfen.

Eine Minute hat reihum jeder Mann Gelegenheit für ein Statement: „Was ist mir wirklich wichtig im Leben und wie werde ich dies im nächsten Schritt und in den nächsten 7/14 Tagen in die Welt bringen?“ In der Welt ist es erst, wenn es beobachtbar, messbar oder dinglich geworden ist.
Danach haben einige andere Männer die Aufgabe, Feedback zur Energie der Ausrichtung zu geben und auf die Nachprüfbarkeit zu achten (5 min, bei > 6 Männern und bei mehr Erfahrung miteinander eher kürzer). Feedback ist ein Geschenk, das möglichst wenig durch die eigene Betroffenheit gefiltert ist. Mehr zu hochwertigem Feedback.
Es hat sich bewährt, dass jeweils ein anderer Mann in Stichworten Statement und Feedback notiert – als Geschenk zum tiefer nachbereiten.

Der Mann teilt den anderen Männern mit, welche unangenehme Alternative (z.B. 20€ in die gemeinsame Kasse) er leistet, falls er die Zusage für den nächsten Schritt nicht einhält. Dies wird getrennt protokolliert und bei der nächsten MG Punkt 7 abgefragt.
Erst durch die Alternativleistung gewinnt die Aussage für einen selbst Bedeutung und das Vertrauen der anderen Männer. Viele Männer neigen dazu, jede Idee so auszudrücken, als ob sie es tatsächlich tun würden. Jeder Mann hat erlebt, wie die Polarität zusammenbricht, wenn er auch nur ein kleines Versprechen gegenüber einer femininen Frau gebrochen hat. Vertrauen ist die Basis dafür, dass eine Frau sich einem Mann in Hingabe schenken kann.

In erfahrenen Gruppen geht es noch einen Schritt weiter: Die anderen Männer schlagen eine konkrete Herausforderung (Handlung) vor, die den Mann tiefer in seinen Lebenszweck bringen könnte. Der Mann, der gerade im Mittelpunkt steht, hat die Chance diese Herausforderung anzunehmen – kann sie natürlich auch ablehnen. Die Männer können sich auch durch eine gemeinsame Herausforderung unterstützen: Sich maskulin in der Öffentlichkeit  zeigen, Bergsteigen o.ä. vgl. Mens Challenge Deck – eine Serie derartiger Vorschläge 2009 in 2. Auflage neu erschienen (auf englisch).

Mehr im Bezug auf die Stufen der eigenen Mission bei www.Lieben-als-Geschenk.de

9. Organisatorisches, Ankündigungen, Sonstige Verabredungen.

10. Abschlusszeremonie
Je nach Uhrzeit und Nachbarschaft: z.B. Gemeinsames OUM, Klangsäule, kräftiges Ha! oder sanftes Summen.

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